DAS ANSCHREIBEN...

Quelle: Der Bewerbungsplaner   AGFA Profi Portrait-Studio 2002 / Fotos: Dirk Meyer

...wird nicht in der Mappe befestigt sondern liegt oben auf.
Dieses Blatt Papier verrät eine Menge über Ihre Person: Es macht deutlich, welchen Sprachstil Sie haben, ob Sie in der Lage sind, ein fehlerloses und formal richtiges Schreiben abzuliefern, ob Sie ein Textverarbeitungsprogramm bedienen können, wie viel Mühe Sie bereit waren, zu investieren und insbesondere, wie glaubwürdig und prägnant Sie Ihr Interesse und Ihre Eignung für gerade diese Stelle darstellen können.

Wie viele Zeilen dazwischen?

Viele Bewerber sind unsicher, wie man die einzelnen Textblöcke auf der Seite anordnet. Da es bei allen Fragen dieser Art standardisierte Regeln gibt, empfiehlt es sich, der DIN-Norm Aufmerksamkeit zu schenken. Im Buchhandel oder Internet sollten Sie schnell die entsprechenden Informationen finden. Achten Sie aber besonders bei der zweiten Möglichkeit auf die Aktualität der Quelle, denn auch diese Norm wird hin und wieder überarbeitet.
Natürlich können Sie sich außerdem an den Standardvorlagen orientieren, die die meisten Textverarbeitungsprogramme bereitstellen. Wenn Sie allerdings diese Vorlage komplett übernehmen, riskieren Sie unnötig, dass Ihr Anschreiben dem von zehn Mitbewerbern verblüffend ähnelt und die Personalentscheidenden die Quelle vielleicht sogar wiedererkennen.

Grundbausteine des Anschreibens:

Absender:

An den Anfang gehört Ihr Name, die korrekte Anschrift, Telefonnummer und falls vorhanden Fax-Nummer und E-Mail-Adresse. Übrigens, seit Mai 2001 gibt DIN 5008 für Telefon-sowie Faxnummern folgende Schreibweise vor: 01234 56789. Falls Sie Urlaub, eine Fortbildung oder Ähnliches planen, vergessen Sie nicht anzugeben, dass Sie in diesem Zeitraum nicht zu erreichen sind.

Empfänger:

Hier bitte die vollständige Firmenadresse angeben. Unter den Firmennamen gehört die Abteilung und der Name des zuständigen Mitarbeiters.

Erfragen Sie ihn vorher telefonisch, wenn der Name aus der Stellenanzeige nicht hervorgeht. Das macht Ihr Anschreiben persönlicher und so wird es direkt an die richtige Stelle weitergeleitet.

Ort und Datum:

Achten Sie darauf, dass das Datum mit dem des Lebenslaufs übereinstimmt.

Betreffzeile:

Bitte kurz und aussagekräftig, man soll Sie mit einem Blick zuordnen können. Zum Beispiel: „Ihr Stellenangebot ,Sachbearbeiter/in - Einkauf/Disposition' in der SZ vom [Datum]" Falls Sie sich auf verschiedene Stellenangebote bewerben, achten Sie unbedingt darauf, die Betreffzeile entsprechend abzuändern. Gleiches gilt auch für den Ansprechpartner.

Anrede:

Falls Sie den Namen des entsprechenden Mitarbeiters nicht in Erfahrung bringen konnten, schreiben Sie „Sehr geehrte Damen und Herren".

Ihr individueller Text:

Was die Beurteilung und Einschätzung Ihres Werdegangs betrifft, lassen Sie Ihren Lebenslauf für sich sprechen, denn dort können alle Daten und Fakten durch die tabellarische Form schnell und bequem erfasst werden. Halten Sie sich und die Personalentscheidenden also beim Anschreiben nicht mit ausformulierten Wiederholungen auf.
In das Anschreiben gehören zunächst nur wenige Sätze, in denen Sie prägnant zum Ausdruck bringen sollten, warum Sie der oder die geeignete Bewerber(in) sind. Nehmen Sie dabei Bezug auf das konkrete Stellenangebot und signalisieren Sie, dass Sie sich die neue Aufgabe aufgrund Ihrer Erfahrungen zutrauen. Wenn Sie eine ungekün-digte Stelle verlassen wollen, erklären Sie die Motivation dafür: „... gibt es für mich keine Chancen mich beruflich weiterzuentwickeln",
„... die Einstellung der hauseigenen Produktion verkleinert meinen Wirkungsbereich ..." Nur wenn Sie Berufsanfänger sind und Ihr Lebenslauf entsprechend mager ausfällt, sollten Sie hier etwas ausführlicher auf Ihre Qualitäten eingehen.

Eintrittstermin:

Wichtig sind außerdem die Bekanntgabe Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins. Formulieren Sie zum Beispiel: „Derzeit befinde ich mich in ungekündigter Stellung. Meine Kündigungsfrist beträgt sechs Wochen zum Quartalsende."

Bitte um Kontaktaufnahme:

Zum Abschluss sollte ein Satz folgen, in dem Sie zum Ausdruck bringen, dass Sie an einem persönlichen Treffen interessiert sind.
Zum Beispiel: „Ich freue mich darauf, Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Eignung zu überzeugen."
Wenn Sie mutig sind, setzen Sie hinzu: „Ich erlaube mir, Sie am [Datum] zur Vereinbarung eines Termins anzurufen."
Mit diesem kühnen Schritt demonstrieren Sie sehr wirksam, wie groß Ihr Interesse ist.

Abschließende Grußformel:

Korrekt: „Mit freundlichen Grüßen". Darunter setzen Sie Ihren vollständigen Namen. Zwischen Grußformel und Name lassen Sie Raum für Ihre eigenhändige Unterschrift. Benutzen Sie hierzu einen Füllhalter, Feinschreiber oder Tintenroller.

Anlagenhinweis:

Ein praktischer Service für den Empfänger: Listen Sie unter der Überschrift „Anlagen" alle beigefügten Unterlagen auf.

Gehaltsfrage:

Lassen Sie sich in Ihrer Bewerbung noch nicht auf eine bestimmte Angabe zu Ihren Gehaltsvorstellungen festlegen. Wenn Sie ausdrücklich darum gebeten werden, können Sie Ihr derzeitiges Jahresgehalt nennen oder erklären, dass Sie sich erst im Vorstellungsgespräch dazu äußern möchten.

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